Schluss mit Betteln beim Einkaufen - © paffy/Fotolia.com

Entspannter Einkaufen mit Kindern

Nörgelzone Supermarkt

Welche Eltern kennen das nicht: Beim Einkaufen bettelt der Nachwuchs spätestens an der Supermarktkasse um Süßigkeiten. Kein Wunder, schließlich sind Schokoeier, Kaugummi, Bonbons & Co genau aus diesem Grund – und natürlich auf Kinderaugenhöhe – hier platziert. Nicht selten geraten Kinder außer Rand und Band: Ganz schnell wird aus Quengeln Jammern, aus Jammern Weinen, aus Weinen Schreien und Toben. Gerade für Eltern mit Kindern rund ums zweite Lebensjahr gehört das zum Alltag, denn jetzt entdecken die Kinder ihren eigenen Willen. "Doch selbst die Eltern von Zweijährigen müssen das nicht einfach über sich ergehen lassen, sondern können mit ein paar Tricks den Einkauf entspannter gestalten", erklärt Christel Hoyer, Diplom-Psychologin bei der AOK. Das sind die wichtigsten Schritte:

Eine Entscheidung treffen

"Machen Sie sich klar, wie Sie die Situation mit Ihrem Kind beim Einkauf erleben, was Sie stört und was Sie ändern wollen." Stört es Sie grundsätzlich, dass Ihr Kind immer etwas beim Einkauf haben möchte? Oder stört es Sie, dass es immer noch mehr haben möchte? "Der Mittelweg ist in der Kindererziehung meist der Weg, mit dem beide Seiten ganz gut leben können", sagt Hoyer. Wenn Sie grundsätzlich nichts gegen eine kleine Süßigkeit haben, könnten Sie beispielsweise erlauben, dass Ihr Kind sich bei jedem Einkauf eine Kleinigkeit aussucht. Mit älteren Kindern kann man schon aushandeln, dass es vielleicht bei jedem zweiten oder dritten Einkauf eine Kinderzeitschrift gibt. Auch möglich und gleichzeitig ein guter Schritt zu mehr Eigenverantwortung: Ihr Kind darf sich jedes Mal etwas von seinem Taschengeld kaufen - für einen bestimmten Betrag. Hier muss jede Familie die für sie passende Absprache finden.

Die Entscheidung mitteilen

Besprechen Sie vor dem Einkaufen die künftige Marschroute und erinnern Sie es auch unmittelbar vor Betreten des Ladens noch einmal daran: Was wollen Sie von Ihrem Kind? Wie viel darf es sich aussuchen? Teilen Sie Ihrem Kind mit, wie teuer eine Kleinigkeit ist und was zu teuer wird. Kündigen Sie Ihrem Kind auch an, was Sie tun werden, wenn es trotzdem quengelt, weil es mehr haben will. "Dann sollte es gar nichts geben. Ansonsten erlebt das Kind, dass Quengeln weiterhin zum Erfolg führt", sagt Hoyer. Wenn Quengeln und Toben an der Kasse oder am Süßwaren-Regal bereits zur Routine geworden sind, sollten Sie erst einmal langsam anfangen: "Starten Sie - falls möglich - mit zwei gemeinsamen Einkäufen die Woche, dann stehen die Chancen besser, dass Sie gelassener bleiben." Mit Quengeln drücken Kinder Gefühle und Anspannungen aus, für die sie noch keine Worte haben. "Deshalb sollten Sie sich vor dem Einkauf noch einmal klar machen, dass Ihr Kind Sie nicht ärgern will", sagt Hoyer.

Tipps und Tricks

-Nicht einkaufen gehen, wenn Ihr Kind hungrig ist.
-Das Kind in den Einkauf mit einbinden. Schon sehr kleine Kinder können Milch holen oder Obst einpacken.
-Etwas zum Ablenken mitnehmen: ein Spielzeug, ein Kuscheltier, ein geschmiertes Brot.
-Wenn das Kind ständig etwas Neues in den Wagen legt, das es auch haben will, auffordern sich zu entscheiden und nur die erste Wahl im Wagen zu lassen.

Standhaft bleiben – und durchatmen!

Beim ersten Mal ist es vielleicht hart: Ihr Kind will sich nicht zufrieden geben und startet schon wieder die Quengel-Tour. "Das ist der entscheidende Moment für Eltern. Wer jetzt nachgibt, weil es anstrengend wird und die anderen schon alle herüberstarren, wird es bei den nächsten Einkäufen umso schwerer haben", sagt Hoyer. Das Kind versteht die Botschaft nämlich sehr gut: Mit Quengeln und Schreien bekomme ich am Ende, was ich will. Erinnern Sie sich selbst und Ihr Kind beim ersten Quengel-Anzeichen an die Absprache. Atmen Sie tief durch, zählen Sie bis zehn. Machen Sie sich noch einmal bewusst, dass Ihr Kind Sie nicht gezielt ärgert, sondern nur seinen Bedürfnissen Luft macht. "Schaffen Eltern es in diesem Moment, ruhig und konsequent zu bleiben, stehen die Chancen gut, dass das Einkaufen in Zukunft immer entspannter wird."

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