Die High Line in New York - © Vivien Fischer

The High Line in New York

Park auf Stelzen

Der Central Park hat Konkurrenz bekommen: Ausgerechnet auf einer stillgelegten Hochbahntrasse, die sich in 10 Metern Höhe durch den Meatpacking District und Chelsea schlängelt, findet man Ruhe und Erholung mitten im New Yorker Großstadttrubel. Bereits kurz nach ihrer Eröffnung 2009 hat sich die High Line dank der gelungenen Kombination von Natur und Industriecharme zum Besuchermagneten entwickelt – für Einheimische und Touristen zugleich.

20 Jahre lag die Trasse brach, dann formierten sich die Friends of the High Line und plädierten gegen den Abriss und für die Erhaltung. Schnell entstand die Idee, sie als Park der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der erste Teil des Grünstreifens erstreckt sich von der Gansevoort Street bis zur West 20th Street. Der zweite Abschnitt, eröffnet im Juni 2011, verlängert den Park bis zur 30th Street. Das dritte und letzte Stück, das den Park bis zur 34. Straße ausdehnt, wurde im September 2014 eröffnet.

Heute winden sich Wege aus glatten Betonplanken durch die 2,3 Kilometer lange Parkanlage, die in verschiedene Zonen aufgeteilt ist. Kleine Teiche und Rasenflächen wechseln sich mit Bäumen, Sträuchern, Wildblumen und Gräsern in unterschiedlichen Höhen und Dichten ab, dazwischen wurden die original Schienen der High Line wieder verlegt. Zu den Highlights gehört der Tenth Avenue Square zwischen der 16. und 17. Straße, der an ein Kino erinnert: Hier sitzt man auf treppenartig angeordneten Sitzreihen, die direkt über einer befahrenen Straße angebracht sind. Anstatt auf eine Leinwand blickt man durch große Fenster hinunter auf die vorbeifahrenden Autos und Busse.

Vom zweistöckigen Sonnendeck zwischen der 14. und 15. Straße hingegen genießt man die Aussicht auf den Hudson River oder die Skyline. Besonders beliebt sind hier die auf den Schienen angebrachten Liegen: Durch Hin- und Herschieben lassen sie sich zu einer Doppelliege umfunktionieren. Wer hungrig ist, wird in der Chelsea Market Passage fündig: An kleinen Ständen werden u.a. Eis, Kaffee, Sandwiches und Hot Dogs angeboten - alles hausgemacht, Bio oder mit regionalen Zutaten versteht sich. Überall entlang der High Line kann man wechselnde Kunstinstallationen entdecken.

So viel Ideenreichtum färbt ab: Rund um den Grünstreifen auf Stelzen eröffnen immer neue Hotels, Restaurants und Bars. Mehr als 30 Projekte sind in Planung oder bereits im Bau. So entsteht am Südende der High Line ein neues Gebäude des Whitney Museum of American Art, das 2015 eröffnen soll. Ganz im Süden zieht das The Standard Hotel alle Blicke auf sich: Der imposante 20-stöckige Bau aus Beton und Glas scheint direkt über der High Line zu schweben.

Das außergewöhnliche Park-Konzept kommt an – andere Städte wie Chicago, Philadelphia, Rotterdam und sogar Hongkong denken bereits über ähnliche Projekte nach.

Mehr Infos: Öffnungszeiten täglich von 7-22 Uhr, im Winter bis 20 Uhr, www.thehighline.org

Vivien Fischer

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